Willkommen zurück zu unserer Blogserie „Abgetaucht"! 🤿 In den ersten drei Teilen haben wir dich durch die Grundlagen der Tauchausbildung bei IAC und SSI geführt – vom ersten Atemzug unter Wasser bis hin zu den fortgeschrittenen Spezialkursen. Jetzt wird es richtig spannend: Wir tauchen ein in die Welt des Technical Diving!
Du hast schon einige Tauchgänge auf dem Buckel, kennst deine Ausrüstung in- und auswendig und fragst dich: „Was kommt jetzt?" Die Antwort könnte Technical Diving sein – aber was steckt eigentlich dahinter?
Was ist Technical Diving überhaupt?
Technical Diving – oder kurz TEC Diving – ist mehr als nur „tiefer tauchen". Es ist eine komplett andere Herangehensweise ans Tauchen, die neue Möglichkeiten eröffnet, aber auch mehr Verantwortung und Training erfordert.
Die klassische Definition: Technisches Tauchen beginnt dort, wo ein direkter Aufstieg zur Oberfläche nicht mehr möglich ist. Das kann verschiedene Gründe haben:
- Dekompressionspflicht: Du musst Stopps einlegen, bevor du auftauchen kannst
- Overhead-Umgebungen: Wracks oder Höhlen versperren den direkten Weg nach oben
- Tiefe: Jenseits der 40-Meter-Grenze des Sporttauchens
Beim TEC Diving arbeitest du mit mehreren Flaschen, speziellen Gasgemischen und einer Ausrüstungskonfiguration, die Redundanz in den Vordergrund stellt. Klingt kompliziert? Keine Sorge – mit der richtigen Ausbildung ist das alles absolut machbar!

Warum solltest du TEC Diving in Betracht ziehen?
Ganz ehrlich: TEC Diving ist nicht für jeden. Aber wenn du diese Punkte bei dir wiedererkennst, könnte es genau dein Ding sein:
✅ Du liebst es, dich weiterzuentwickeln und neue Herausforderungen zu suchen
✅ Wracks und tiefere Tauchplätze faszinieren dich
✅ Du möchtest längere Grundzeiten auch in größeren Tiefen genießen
✅ Präzision und Planung machen dir Spaß
✅ Du willst verstehen, was beim Tauchen wirklich passiert – nicht nur an der Oberfläche kratzen
Das Technical Diving eröffnet dir Tauchplätze und Erlebnisse, die dem Sporttaucher verschlossen bleiben. Tiefe Wracks, versteckte Riffabschnitte oder einfach die Faszination, einen perfekt geplanten Dekompressionstauchgang durchzuführen – das sind Erfahrungen, die unvergesslich bleiben.
Die Voraussetzungen: Bist du bereit für TEC?
Bevor du in die TEC-Welt eintauchst, solltest du einige Grundlagen mitbringen. Das ist keine Einstiegshürde, um dich abzuschrecken – es geht um deine Sicherheit und darum, dass du das Training optimal nutzen kannst.
Formale Voraussetzungen:
- Mindestalter: 18 Jahre
- Advanced Open Water Diver (AOWD) oder vergleichbare Zertifizierung
- Nitrox-Brevet (bei SSI: Enriched Air Nitrox)
- Deep Diving Specialty empfohlen
- Mindestens 50-100 geloggte Tauchgänge (je nach Kurs)
Persönliche Voraussetzungen:
- Gute Tarierung – und zwar richtig gut!
- Stressresistenz unter Wasser
- Bereitschaft, Zeit ins Training zu investieren
- Körperliche Fitness
Der wichtigste Punkt: Deine Grundfertigkeiten müssen sitzen. Tarierung, Trim, Flossenschlagtechniken – all das sollte automatisch ablaufen, damit du dich auf die neuen Herausforderungen konzentrieren kannst.

Die Ausrüstung: Sidemount oder Doppelgerät?
Einer der spannendsten Aspekte beim TEC Diving ist die Ausrüstungskonfiguration. Du hast grundsätzlich zwei Optionen:
Backmount mit Doppelgerät (Twinset)
Das klassische Setup: Zwei Flaschen werden mit einem Manifold verbunden und auf dem Rücken getragen. Dazu kommt ein Backplate-Wing-System.
Vorteile:
- Bewährtes, robustes System
- Große Gasvorräte
- Stromlinienförmig
Nachteile:
- Schwer an Land
- Weniger flexibel bei Flaschenwechsel
Sidemount-Konfiguration
Hier werden die Flaschen seitlich am Körper befestigt – unabhängig voneinander.
Vorteile:
- Leichter an Land (Flaschen einzeln transportieren)
- Flexibler bei der Gasplanung
- Besserer Zugang zu den Ventilen
- Ideal für enge Passagen
Nachteile:
- Mehr Ausrüstungsteile zu managen
- Erfordert gutes Training
Welches System das richtige für dich ist? Das hängt von deinen Zielen, deinem Körperbau und deinen Vorlieben ab. Wir beraten dich gern und finden gemeinsam die beste Lösung. Beide Varianten haben ihre Berechtigung – und manche TEC-Taucher nutzen je nach Tauchgang beide Systeme!
Deep Diving: Der erste Schritt Richtung TEC
Der Deep Diving Kurs ist oft der erste Berührungspunkt mit dem technischen Tauchen. Hier lernst du:
- Physiologische Auswirkungen der Tiefe (Stickstoffnarkose, erhöhter Gasverbrauch)
- Sichere Planung von Tieftauchgängen
- Notfallprozeduren in der Tiefe
- Umgang mit spezieller Ausrüstung
Bei SSI und IAC ist der Deep Diver Kurs bereits Teil des fortgeschrittenen Sporttauchprogramms, führt dich aber an die Grenzen des Freizeittauchens heran – und zeigt dir, was dahinter liegt.

Deine ersten Dekompressions-Kurse
Jetzt wird es ernst: Mit den Dekompressions-Kursen verlässt du die Nullzeit-Grenze und lernst, geplante Dekostopps durchzuführen.
Extended Range / TEC Fundamentals
Dieser Kurs ist deine Brücke zwischen Sport- und Technical Diving:
- Einführung in Dekompressionstauchen
- Arbeiten mit Stageflasche (Deko-Gas)
- Erweiterte Gasplanung
- Notfallmanagement
Du lernst hier, wie du Tauchgänge mit kurzen Dekompressionspflichten sicher planst und durchführst – typischerweise bis etwa 45 Meter Tiefe.
TEC 40 / Extended Range
Der nächste logische Schritt führt dich tiefer:
- Tauchgänge bis 40+ Meter mit Dekompressionspflicht
- Verwendung von Nitrox als Dekompressionsgas
- Erweiterte Notfallverfahren
- Teamarbeit und Kommunikation
Was du mitbringen solltest:
- Abgeschlossener Fundamentals-Kurs
- Mindestens 30-50 Tauchgänge seit dem letzten Kurs
- Eigene TEC-taugliche Ausrüstung
TEC 45 und darüber hinaus
Nach TEC 40 geht es weiter mit TEC 45, TEC 50 und schließlich in Bereiche wie Trimix Diving, wo Helium ins Gasgemisch kommt. Aber das ist Stoff für einen späteren Teil unserer Serie! 😉
Der Goitzschesee: Dein TEC-Trainingsrevier
Du fragst dich vielleicht: „Kann ich TEC Diving überhaupt hier in der Region trainieren?" Die Antwort ist: Ja, aber richtig!
Der Goitzschesee bietet mit seinen Tiefen von über 40 Metern ideale Bedingungen für deine TEC-Ausbildung. Keine weiten Anfahrten, kein Zeitdruck – du kannst in Ruhe trainieren und deine Skills perfektionieren.
Unsere Vorteile für deine TEC-Ausbildung:
✅ Individuelle Betreuung statt Massenabfertigung
✅ Flexible Termingestaltung
✅ Alle Kurse von IAC und SSI verfügbar
✅ Erfahrene TEC-Instructoren
✅ Füllstation für Nitrox und Trimix

Dein Weg ins Technical Diving – So startest du
Bereit für den nächsten Schritt? So könnte dein Weg aussehen:
- Check deiner Grundlagen: Stimmt deine Tarierung? Wie sicher fühlst du dich unter Wasser?
- Beratungsgespräch: Wir schauen gemeinsam, wo du stehst und welcher Kurs der richtige Einstieg ist
- Equipment-Check: Hast du passende Ausrüstung oder brauchst du Beratung?
- Kursbuchung: Wir planen deinen TEC-Einstieg individuell nach deinem Zeitplan
Übrigens: Auch wenn du noch nicht alle Voraussetzungen erfüllst, können wir gemeinsam einen Plan erstellen, wie du dorthin kommst. Manchmal sind ein paar gezielte Übungstauchgänge oder ein Refresher genau das Richtige, bevor es losgeht.
Fazit: TEC Diving ist kein Hexenwerk
Technical Diving mag auf den ersten Blick einschüchternd wirken – mehr Ausrüstung, mehr Planung, mehr Verantwortung. Aber mit der richtigen Ausbildung und einem schrittweisen Aufbau ist es absolut erreichbar.
Das Wichtigste: Nimm dir Zeit. TEC Diving ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Jeder Kurs baut auf dem vorherigen auf, und die Erfahrung zwischen den Kursen ist genauso wichtig wie das Training selbst.
Du möchtest mehr erfahren oder direkt loslegen? Dann schau bei uns vorbei oder kontaktiere uns – wir freuen uns darauf, dich auf deinem Weg ins Technical Diving zu begleiten! 🤿
Im nächsten Teil unserer Serie tauchen wir noch tiefer ein: Trimix, Advanced TEC-Kurse und was es bedeutet, wirklich in die Tiefe zu gehen. Bleib dran!
Du hast die ersten Teile verpasst? Kein Problem – schau in unseren Kursbereich für alle Infos zu unseren TEC-Angeboten!

